Bolbaite

Ein malerischer Fleck Erde über dem Fluss

Beim Blick über Bolbaite ragt die beeindruckende Ruinen-Silhouette der Palastburg los Cabanyelles (17.-19. Jh.) heraus. Am Fuß dieses Bauwerks almohadischen Ursprungs, das strategisch günstig auf einer felsigen Anhöhe liegt, entstand ein Weiler mit islamischen Bewohnern. Nach und nach verabschiedete sich dieser von diversen valenzianischen Herrengeschlechtern kontrollierte Ort von seiner maurischen Bevölkerung. An ihre Stelle traten Siedler aragonischer Herkunft. Zweifellos ist die Palastburg ein Juwel des örtlichen Kulturerbes: Neben ihrem almohadischen Hauptturm umfasst sie diverse Erweiterungen im gotischen- und Renaissance-Stil (Quadersteintürme, Spitzbögen, Monumentaltreppe, Brunnen, Kapelle, Türen, Wendeltreppen, Täfelungen aus luxuriöser Keramik und Renaissance-Elemente). So ist diese Burg eine wertvolle Zeugin des valenzianischen Siglo de Oro, des Goldenen Jahrhunderts, als die Cabanyelles, die Herren von Bolbaite, das Königreich Valencia regierten. Auf dieses Herrschergeschlecht folgten später die Pardo de la Casta-Manfredi.

Neben der Burg finden Sie den Waschplatz, den San Pancracio-Brunnen und einige steile Gassen, aber auch ebene Straßen (wie die Calle Marqués de la Casta), wo wohlhabendere Arbeitskräfte wohnten. Der wunderschöne Kirchplatz, die Plaza de la Iglesia, ist um einen reizenden Brunnen angelegt und von eleganten herrschaftlichen Häusern gesäumt. Hervorzuheben sind das schlanke Rathaus (20. Jh.) und die Kirche des hl. Franziskus von Paula (18. Jh.) mit ihrem steinernen Portal und einem beeindruckenden Glockenturm. Dieses Gotteshaus bewahrt eine Reliquie ihres heiligen Namenspatrons, klassizistische Seitenaltäre und eine Kommunionkapelle, auch Kapelle der Purísima genannt, mit einem gekachelten Sockel aus dem 18. Jahrhundert.

Von der Flussbrücke bietet sich der Blick auf eine reichhaltige Vegetation und ihre Bewohner, die Enten, Gänse und Karpfen. Außerdem sind die Überreste der durch eine Überschwemmung zerstörten alten Mühle zu sehen. Auf der anderen Seite des Flusses befinden sich der moderne Ortsteil und das Einkaufsviertel. Am Beginn der Avenida del Catorce zündet man zu den Januar-Festlichkeiten das große Feuer an, das unter dem Namen Luminaria de San Antón bekannt ist.

Die örtlichen Bäckereien stellen köstliches Feingebäck und traditionelle Konditorwaren her, darunter die mantecaos de almendra, eine Art Mandel-Schmalz-Gebäck, oder die pastissos de moniato, Süßkartoffel-Pastetchen.

Außer San Antón im Januar feiert Bolbaite im März das Fallas-Volksfest und im Frühjahr das Patronatsfest zu Ehren des hl. Franziskus von Paula mit einem Umzug von Mauren und Christen. Neben dem Kultursommer gibt es im August das Fest von San Roque (Sankt Rochus) und im Dezember das Fest der Patronin Santa Bárbara.

Zu Füßen des historischen Ortskerns von Bolbaite liegt ein fesselnder Naturraum, der Freizeitbereich am Fluss (del Río) mit seiner sinnbildlichen Holzbrücke. Im Flusslauf des Gorgo Cadena spiegelt sich kristallklares Wasser, und Wasserfälle schmücken seinen Weg. Hier stehen den Besuchern und Ausflüglern WCs und weitere Serviceleistungen bereit. Ein weiterer Ort, den Sie unbedingt besuchen müssen, ist die Kapelle der Santa Bárbara. Sie liegt in der höheren Zone des Dorfes, ganz in der Nähe eines Freizeitbereichs mit Tischen und einem Restaurant. Einige schöne Gemälde von José Antonio Espinar schmücken den Innenraum der Kapelle und geben die Landschaften wieder, die von der Anhöhe aus zu sehen sind. Beim Abstieg eröffnet sich ein wundervoller Panoramablick auf die Gemüsegärten von la Hoya und auf das Dorf. An klaren Tagen reicht die Sicht bis zum Mittelmeer. Ein weiterer sehenswerter Ausblick auf Bolbaite und seine Burg bietet si.

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